Schottergärten

Schottergärten sind biologisch fast tot

Für viele Bienen, Schmetterlinge, Hummeln, Vögel und andere Tiere sind Gärten mit ihrem Mix aus Grün und Blüten wichtige Lebensräume, Nahrungsquellen und auch Kinderstube. Wie ist es bei Schottergärten? Totale Fehlanzeige. Die Flächen sind für Insekten und Vögel völlig uninteressant und gleichen einer Betonfläche.

Schottergärten schädigen den Boden

Der Boden von Schottergärten wird vom Material zusammengepresst, ist trocken, strukturlos und nahezu unbelebt.

Schottergärten brauchen auf Dauer viel Pflege

Pflegeleicht? Das sind Schottergärten auch wirklich – im ersten Jahr. Vielleicht noch ein paar Monate länger. Dann aber ist regelmäßige Pflege angesagt. Denn Herbstlaub und Blütenblätter landen auch im Schottergarten – wenn nicht aus dem eigenen Garten, dann aus der Nachbarschaft. Trockenes Laub kann man nicht abharken oder wegfegen, es versteckt sich zwischen den Steinen und bleibt für die Harke unerreichbar. Nur ein lauter Laubbläser schafft es vielleicht noch, das Beet zu säubern. Wind und Regen bringen Blütenpollen in den Garten. Diese sammeln sich in Nischen zwischen den Steinen und bilden irgendwann ein brauchbares Substrat für Wildkräuter. Die Beseitigung ist dann aufwendig.

Schottergärten sind schlecht fürs Kleinklima

Pflanzen verdunsten Feuchtigkeit und kühlen die unmittelbare Umgebung ab. Steine können das nicht. Ohne schützende Bepflanzung oder Schatten spendende Bäume heizen sich Schottergärten in der Sonne viel stärker auf als naturnahe Gärten und strahlen die Wärme abends wieder ab. Besonders mit angrenzenden versiegelten Flächen oder weiteren Schottergärten in der Nachbarschaft kommt ganz schön was zusammen. Die hohen Temperaturen braten den spärlichen Bewuchs im Kiesgarten förmlich – er vertrocknet irgendwann oder mickert vor sich hin, da kann man noch so viel wässern. Das Blattwerk von Bäumen, Sträuchern und Stauden im Garten filtert Staub aus der Luft. Schotter kann das nicht – dafür aber den Lärm vorbeifahrender Autos verstärken.

Schottergärten sind teuer

Die Anlage von Schottergärten ist teuer. Die oft aufwendig geschnittenen Formgehölze gehen richtig ins Geld und auch der Schotter ist samt Anlieferung selber teuer.

Schottergärten haben eine schlechte Klimabilanz

Wohin man im Schottergarten auch blickt, alles wird unter hohem Energieaufwand hergestellt oder herangeschafft: Der Abbau und das Zermahlen von Steinen sind energieintensiv, vom Transport einmal ganz abgesehen. Das Unkrautvlies verbraucht bei der Herstellung ebenfalls reichlich Energie und Erdöl und erzeugt außerdem noch problematischen Müll, wenn man das Vlies wieder entsorgen muss. Pflanzen binden dagegen CO2.

Schottergärten sind nicht schön

Gut, die Optik ist Geschmackssache. Aber das eigentlich Schöne an einem Garten sind doch der jahreszeitliche Wechsel und die Abwechslung. Vögel, Insekten und vielleicht sogar Eidechsen im Garten. Schottergärten bieten all das nicht. Keine Düfte, keine Früchte, Kein Gezwitscher – ein Schottergarten sieht immer gleich öde aus.

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